Identität
An jeder Hochschule ein eigenes Konto. Es gibt keine gemeinsame Kennung, die eine Anwendung voraussetzen dürfte.
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Die Hochschul-Föderation verbindet Hochschulzugänge über eine gemeinsame Identitätsschicht. Du verknüpfst deine Konten selbst und trennst sie jederzeit wieder — und jede Anwendung greift ausschließlich mit einem Token zu, das deine Hochschule selbst ausgestellt hat.
hub.unifederation.euVerzeichnis, Login, Token-Fassade
api.unifederation.euAggregation über Hochschulen
federation/metaVerzeichnis in git
Warum überhaupt eine Föderation
Eine Studentin ist an der TU Graz eingeschrieben und besucht Kurse an der Universität Graz. Eine Anwendung, die ihre Daten über beide Hochschulen hinweg zusammenführen soll, stößt auf immer dieselben drei Hürden.
An jeder Hochschule ein eigenes Konto. Es gibt keine gemeinsame Kennung, die eine Anwendung voraussetzen dürfte.
Zugriff braucht ein Token, das die jeweilige Hochschule ausgestellt hat. Nur sie kann entscheiden, wer ihre Daten sehen darf.
Andere Schnittstellen, andere Basis-Adressen, andere Systeme — je Hochschule neu. Die Föderation löst das einmal zentral.
Die Föderation stellt keine eigenen Zugriffsrechte aus. Jeder Zugriff auf Hochschuldaten erfolgt mit einem Token, das die betreffende Hochschule selbst für diese Person ausgestellt hat. Über den Umfang entscheidet allein die Hochschule.
Entscheidet die Heimat-Hochschule — beim Login an ihrem eigenen System.
Entscheidet die jeweilige Hochschule — über Scopes und Rollen im Token.
Entscheidet die Person selbst — Verknüpfen und Trennen im Hub.
Entscheidet die Föderation. Rollen aus Hochschul-Tokens gelangen nie hierher.
So funktioniert es
Das Verzeichnis ist durchsuchbar und zeigt Namen und Logos. Die Auswahl („WAYF“) macht die Anwendung, nicht der Login-Server.
Die Anmeldung passiert bei der Hochschule. Zugangsdaten bleiben dort — die Föderation sieht sie nie.
Jede weitere Hochschule kommt per Login dazu und hängt am selben Föderationskonto. Trennen geht jederzeit — mit einem Klick.
Die Anwendung ruft einen Endpunkt auf und erhält eine Liste — je Eintrag mit der Hochschule, aus der er stammt.
Durchgezogen: Föderations-Infrastruktur. Gestrichelt: Systeme der Hochschule.
Der Hub erzeugt nie ein Hochschul-Token. Er liest das gespeicherte Token dort, wo es beim Login der Person hinterlegt wurde, und reicht es an eine registrierte Anwendung weiter.
Bausteine
Die Identitätsarbeit macht Keycloak. Die Mehrwertschicht darüber macht der Hub. Die fachliche Bündelung macht die API. Und das Verzeichnis lebt in git — versioniert, nachvollziehbar, reviewbar.
hub.unifederation.eu
Hochschulverzeichnis, Hochschulauswahl beim Login, „Meine Hochschulen“, Token-Fassade für Anwendungen und die Administration. Die Datenbank enthält ausschließlich Konfiguration — keine personenbezogenen Nutzerdaten.
api.unifederation.eu
Aus n Aufrufen mit Fehlerbehandlung wird einer: Die API holt Tenants und Tokens, ruft die Hochschulen parallel auf und liefert eine Liste plus Teilfehler. Ohne Datenbank — Fachdaten werden durchgeleitet, nicht gespeichert.
Realm federation
Ein Konto je Person, jede Hochschule als gebrokerter OIDC Identity Provider, die gespeicherten Hochschul-Tokens und die Sitzungen. Die Föderation liest dort nur — verändern kann sie im Realm nichts.
federation/meta
Zwei Dateien in git: partners.json sagt, wer existiert —
tenant-apis.json sagt, wer welche Schnittstelle wo anbietet.
Jede Änderung hat einen Autor, ein Datum und eine Begründung.
Für Hochschulen
Wir bauen keinen Adapter je Campus-System. Föderierte Schnittstellen sind Contracts: Die Föderation veröffentlicht sie, die Hochschule erfüllt sie. Damit bleibt der Server klein — und die Föderation wächst ohne Codeänderung.
GET /api/apistenant-apis.jsonKein Schritt davon erfordert eine Änderung am Code der Föderation. Vier Schritte liegen bei der Hochschule, einer ist Datenpflege.
Der Tenant entsteht deaktiviert und wird erst aktiv, wenn Konfiguration, Test und die ausdrückliche Freigabe vorliegen.
Die Beitrittserklärung verweist auf Ordnung und Anlagen. Weitere Hochschulen treten demselben Vertragswerk bei — niemand muss nachverhandeln.
Die Teilnahme kostet nichts und setzt keine Vereinsmitgliedschaft voraus. Ein Verzeichniseintrag ohne Aktivierung ist ebenfalls möglich.
Für Anwendungen
Der öffentliche Vertrag hat sein eigenes OpenAPI-Dokument. Anwendungen generieren ihre Clients ausschließlich daraus; die interne Schnittstelle der Weboberfläche ist keine Zusage.
| Endpunkt | Scope | Antwort |
|---|---|---|
GET /api/public/tenants |
federation:tenants:read |
Die für diese Anwendung freigegebenen Hochschulen — samt API-Routing |
GET /api/public/me/links |
federation:links:read |
Je Hochschule: verknüpft? Token verfügbar? |
GET /api/public/me/tenants/{tenantId}/token |
federation:token:read |
Die Token-Fassade: das Hochschul-Token der Person |
GET /api/public/me/tenants/tugraz/token
Authorization: Bearer <Token der Person>
200 OK
{
"accessToken": "eyJhbGciOi…",
"tokenType": "Bearer",
"expiresIn": 285
}
GET /api/me/user-info → 200 OK
{
"list": [
{ "tenantId": "community-dev", "name": "Maria Beispiel" }
],
"problems": [
{ "tenantId": "tugraz-coreview", "status": 504,
"detail": "tenant did not respond within the budget" }
]
}
Keycloak entscheidet über den Scope, der Hub über Registrierung und Freigabeliste. Beide müssen passieren.
Eine Anwendung ohne Eintrag in der Freigabeliste sieht keine einzige Hochschule. Das ist die sichere Voreinstellung.
404 heißt: die Administration muss handeln. 409 heißt: die Person kann es selbst lösen — die Antwort nennt gleich den nötigen Aufruf.
Voraussetzung: eine aktive Sitzung der Person. Das Token wird serverseitig weitergereicht — ein Zugriff ohne anwesende Person findet nicht statt.
Recht & Datenschutz
Die Föderation umfasst Verarbeitungen mit unterschiedlicher Rollenverteilung. Genau das wird aufgeschlüsselt, statt es unter einen einzigen Vertragstyp zu zwingen.
| Verarbeitung | Community (Betreiberin) | Hochschule |
|---|---|---|
| Betrieb des Föderations-Keycloak | eigenständig verantwortlich | eigenständig verantwortlich für Authentifizierung und Attributübermittlung |
| Durchleitung fachlicher Daten | Auftragsverarbeiterin (Art. 28) | Verantwortliche |
| Föderationsverzeichnis (Metadaten) | Verantwortliche | mitwirkend |
Kein Art. 26 — und damit keine gesamtschuldnerische Haftung. Jede Seite haftet für ihren eigenen Bereich. Das Modell folgt dem, was im Hochschul-Föderationsumfeld etabliert ist.
Für die Auftragsverarbeitung gelten die Klauseln der Europäischen Kommission (Durchführungsbeschluss (EU) 2021/915) unverändert. Über den Wortlaut ist nicht zu verhandeln — auszufüllen sind nur die Anhänge, und die liegen ausgefüllt vor.
| Ort | Was dort liegt | Dauer |
|---|---|---|
| Föderations-Keycloak | Ein Konto je Person, die Verknüpfungen zu den Hochschulen, die gespeicherten Hochschul-Tokens | bis zum Trennen bzw. zur Kontolöschung |
| Federation Hub (Datenbank) | keine personenbezogenen Nutzerdaten — Verzeichnis, Routing, Anwendungsregistrierung | — |
| Federation API | keine Datenbank; Fachdaten werden durchgeleitet, Zwischenspeicher nur im Arbeitsspeicher | Dauer der Anfrage bzw. 10 Minuten |
| Protokolle | Kennung der Hochschule, Ziel-Adresse, HTTP-Status — keine Inhalte, keine Tokens | nach Betriebsvorgabe |
Transparenz
Diese Punkte stehen in den Vertragsunterlagen und in der technischen Dokumentation — nicht nur hier. Wer eine Föderation bewerten soll, braucht die Lücken genauso wie die Stärken.
Keine Verfügbarkeitszusage. Der Betriebszustand ist ausdrücklich als Pilot festgehalten.
Verknüpfung und gespeicherte Tokens werden gelöscht. Ein bereits ausgegebenes Token bleibt bis zu seinem Ablauf gültig — ein sofortiger Widerruf ist nur durch die Hochschule möglich.
In Arbeit. Die Verarbeitung beruht nicht auf Einwilligung, sondern auf der öffentlichen Aufgabe.
Findet nicht statt. Er würde erst nach Ankündigung und Zustimmung aktiviert.
Sie enthalten Konten, Verknüpfungen und Tokens und werden Ende-zu-Ende verschlüsselt; der Schlüssel liegt nicht am Speicherort. Intervall und Erprobung sind noch zu dokumentieren.
Die Ereignisprotokollierung des Realms ist noch nicht aktiviert. Damit ist heute nicht belegbar, wann für wen welches Hochschul-Token ausgegeben wurde.
Häufige Fragen
Nein. Die Anmeldung passiert am System deiner Hochschule. Die Föderation erhält das Ergebnis der Anmeldung, nicht deine Zugangsdaten.
Nein. Dieses Verknüpfungswissen entsteht erst in der Föderation und liegt ausschließlich dort. Keine der beteiligten Hochschulen erhält es.
Nein. Sie stellt keine eigenen Rechte aus. Wer an einer Hochschule Administrator ist, ist damit auch nicht Administrator der Föderation — und umgekehrt.
Die Antwort kippt nicht. Jede abgefragte Hochschule erscheint genau einmal — mit Daten oder mit einem Problemeintrag. Eine Anwendung kann so „3 von 4 geladen“ anzeigen.
Heute bewusst ausgeklammert. Technisch ließe sich SAML brokern — die Tür bleibt für Hochschulen mit Shibboleth offen.
Im beschriebenen Stand nicht. Hub und API leisten Identitäts- und Datenföderation; der AI-Act ist darauf nicht anwendbar.
Mitmachen
Der Einstieg beginnt mit einem Gespräch — nicht mit einer Vertragsprüfung. Ein Verzeichniseintrag ohne Aktivierung ist jederzeit möglich, und für den Start empfehlen wir ausdrücklich den kleineren Datenumfang: zunächst ohne langlebigen Grant.
Vorläufige Kontaktstellen, bis die Betreiberin die offiziellen Adressen benennt.
Die vollständige Systemdokumentation ist öffentlich — einschließlich der datenschutzrelevanten Sicht und der offenen Punkte.